Warum CBD bei Morbus Crohn helfen kann

3,5 Millionen Betroffene in den Industrieländern Europas und Nordamerikas. Morbus Crohn ist keine seltene Krankheit mehr und scheint von unserem westlichen Lebensstandard gefördert zu werden. Erkrankte leiden an extremen Schmerzen, die Schubweise die Lebensqualität schmälern. Doch was können wir tun, um den Betroffenen zu helfen? Was ist der Status Quo? Wie sehen die Heilungschancen aus und warum sollte CBD helfen können?

von Franziska Schneider

CBD Morbus Crohn

Wir wollen in diesem Artikel Studien zu diesem Thema evaluieren und Erfahrungen aus der Praxis studieren. Du wirst erfahren, ob CBD bei Morbus Crohn helfen kann, wie es dabei im Körper wirkt und warum körpereigene Cannabinoide eine große Rolle spielen.

Was ist Morbus Crohn eigentlich?

Morbus Crohn, benannt nach seinem Entdecker Burrill Crohn, ist eine chronische Entzündung des Darms. Es können dabei mehrere Bereiche des Darms betroffen sein, jedoch sind die Entzündungen meist im Krummdarm (Ileum), am Ende des Dünndarms zu finden. Man geht davon aus, dass auf 100.000 Menschen ca. 150 Erkrankte kommen. Interessanterweise stammen diese häufiger aus Industrienationen. Ein Indiz dafür, dass die Ursachen auch mit den Lebensumständen zusammenhängen könnten.

Welche Ursachen aber genau verantwortlich sind, ist weiterhin ein Rätsel. Man geht davon aus, dass etwa 20% der Patienten die Krankheit vererbt bekommen haben. Die Gene scheinen also eine wesentliche Rolle zu spielen.

Raucher sind außerdem statistisch anfälliger als Nichtraucher und auch eine ungesunde Ernährung trägt wahrscheinlich ihren Teil dazu bei. Zwischen Männer und Frauen macht Morbus Crohn keinen Unterschied. Sehr wohl aber bei der Altersgruppe. Obwohl auch ältere Personen erkranken, tritt sie meistens im Alter von 15 bis 30 Jahren auf.

Die Symptome sind wie folgt:

  • Bauch- und Magenschmerzen,
  • Krämpfe
  • blutiger Stuhl
  • Durchfall
  • Gewichtsverlust

Morbus Crohn tritt in Wellen auf. Die Entzündungen im Darm flammen immer wieder neu auf und verursachen Wunden und Geschwüre, die manchmal zu operativen Maßnahmen zwingen. Forscher sind auch der Meinung, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handeln könnte. Es wurde bei Patienten eine übertriebene Reaktion des Immunsystem auf Viren und Bakterien beobachtet.

Heilen lässt sich die Krankheit bisher nicht.

CBD Wirkung

CBD und dessen Wirkung bei Morbus Crohn

Die Hanfpflanze ist ein erstaunliches Gewächs. Einerseits nutzt man die Fasern der Pflanze schon seit rund 30.000 Jahren zur Herstellung besonders robuster Materialien, andererseits wurde das Cannabinoid THC, in Folge der amerikanischen Prohibition, Zielscheibe von Verfolgung und staatlicher Repression. Was sich nie geändert hat, war die Nutzung von CBD für medizinische Zwecke.

Schon in der traditionellen Medizin war es vor tausenden Jahren bekannt für seine Vielfältigkeit. Heute schenkt man dem Cannabidiol wieder besondere Aufmerksamkeit und prüft einen Einsatz in den verschiedensten Bereichen der Heilkunst. Unter anderem auch den Einsatz bei Morbus Crohn.

CBD hat folgende Basiseigenschaften:

  • Entzündungshemmend
  • Schmerzstillend
  • Stärkung des Immunsystems
  • Beruhigend
  • Angstlösend

Möchtest du verstehen, wie CBD bei Morbus Crohn helfen kann, müssen wir uns kurz mit dem Endocannabinoid-System beschäftigen. Dieses System ist ein Körperbestandteil der meisten Säugetiere. Es produziert Cannabinoide die wiederum an CB1- und CB2-Rezeptoren andocken und diese blockieren oder aktivieren. Dieser Vorgang steuert eine Reihe von Körperfunktionen.

Darunter auch viele, welche Zielgerichtet aktiviert, für die Behandlung von Morbus Crohn Symptomen genutzt werden können. CBD regt das Endocannabinoid-System dazu an, mehr Cannabinoide freizusetzen. Folgende Wirkung kann dabei eintreten:

  • Es stärkt das Immunsystem: CB2 Rezeptoren steuern die Produktion von Zytokinen. Sie sind verantwortlich für die Proteinproduktion der Zellen. Mehr Proteine führen zu einer höheren Widerstandskraft gegen Viren und somit einer allgemeinen Stärkung des Immunsystems.
  • Es hemmt Entzündungen: Die Entzündungshemmende Wirkung von CBD ist mittlerweile unumstritten. Zahlreiche Studien kommen hier zu dem selben Ergebnis 1)Thapa D, et al. The Cannabinoids Δ8THC, CBD, and HU-308 Act via Distinct Receptors to Reduce Corneal Pain and Inflammation. 2018. Weniger und schwächere Entzündungen im Darm helfen auf die Dauer die Schübe zu reduzieren sowie Symptome zu lindern.
  • Es reduziert die Aktivität und Beweglichkeit des Darms: Oft wird Patienten eine Hypermotilität des Darms festgestellt. Ein gesteigerter Cannabinoid Spiegel reduziert die Hypermotilität und senkt wiederum die Gefahr von Entzündungen 2)Capasso R, et al. Cannabidiol, extracted from Cannabis sativa, selectively inhibits inflammatory hypermotility in mice. 2008. Neben dem Umstand, dass CBD zu einer höheren Produktion von Cannabinoiden anregt, hemmt es auch ein Enzym, dass für den Abbau selbiger verantwortlich ist.
  • Nicht zuletzt kann CBD bei der Bewältigung von Schmerzen helfen. CBD regt Opioid-Rezeptoren an mehr Opioide zu produzieren, die sich wiederum Schmerzlindernd auswirken 3)Kathmann M, et al. Cannabidiol is an allosteric modulator at mu- and delta-opioid receptors. 2006. doi: 372(5):354-61. Dies kann die Lebensqualität der Patienten deutlich erhöhen.

Leider lässt sich Morbus Crohn nicht vollständig heilen. Auch CBD ist hier kein Wundermittel. Wie andere Medikamente auch, beschränkt es sich auf die Reduzierung der Symptome. Aber welchen Vorteil habe ich bei CBD im Gegensatz zur herkömmlichen Behandlung?

CBD Nebenwirkung

Das macht CBD besser? Gibt es Nebenwirkungen?

Klassischerweise verschreiben Ärzte bei der Behandlung von Morbus Crohn Salizylate und Kortison. Medikamente, die eine gute Wirkung erzielen, aber auch starke Nebenwirkungen hervorrufen können. Über Kortison ist unter anderem bekannt, dass es den Blutdruck steigert, den Blutzucker erhöht, zu Übergewicht führt und Osteoporose verursachen kann.

Der große Vorteil von CBD besteht in den schwachen und seltenen Begleiterscheinungen. Die Weltgesundheitsorganisation stuft CBD als sicher ein. Eine Studie aus dem Jahr 2017 bestätigt, dass CBD ein besseres Nebenwirkungsprofil hat als die meisten Medikamente 4)Kerstin Iffland und Franjo Grotenhermen: An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies. 2017, Cannabis Cannabinoid Res.

Das bedeutet natürlich nicht, dass CBD überhaupt keine Nebenwirkungen hat. Zu den häufigsten zählen:

  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • Durchfall
  • sinkender Blutdruck
  • Schlaflosigkeit
  • trockener Mund

Zumeist treten die Begleiterscheinungen nur bei hohen Dosierungen auf. Manchen kann auch ganz einfach begegnet werden. Eine Tasse Kaffee kann die Müdigkeit beseitigen. Ein Glas Wasser hilft gegen den trockenen Mund. Erfahrungen zeigen, dass die Schlaflosigkeit nur am Beginn der Behandlung auftritt und danach stetig besser wird. Fakt ist, dass manche Menschen sensibler als andere reagieren.

Macht CBD high?

Was aber auch Fakt ist, ist die Tatsache, dass CBD nicht “high” macht. CBD Produkte enthalten zwar durchaus auch kleine Mengen des psychoaktiven THC, dessen Konzentration darf aber laut staatlichen Vorgaben nicht mehr als 0,2% betragen. In diesen geringen Mengen sind keine Auswirkungen zu erwarten. Somit ist CBD legal und frei im Handel zu erwerben.

Wer sollte CBD vermeiden?

Wir raten aber dazu, vor der Behandlung einen Arzt aufzusuchen, solltest du zu folgenden Personengruppen gehören:

Schwangeren Frauen, Kleinkinder, Personen mit Leberschäden und Personen die medikamentös behandelt werden.

Für Kinder unter 2 Jahren gibt es noch kaum Studien. Solange keine gesicherte Forschung existiert, ist eine Anwendung nicht ratsam. CBD scheint die Funktion der Plazenta zu beeinträchtigen.

Wenn also keine Notwendigkeit besteht, sollten auch Schwangere lieber Abstand vor dem CBD Einsatz nehmen. Das Gleiche gilt bei Problemen mit der Leber. Da CBD auf das Organ sehr stark wirkt und neue Studien sich gerade mit den Langzeitfolgen beschäftigen, lässt sich hier wahrscheinlich bald mehr sagen.

CBD Wechselwirkungen

Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind möglich und auf jeden Fall zu berücksichtigen. Dies betrifft nicht nur starke Medizin, sondern durchaus auch herkömmliche Präparate wie Aspirin. So ist der Gerinnungshemmer Warfarin, welcher bei Morbus Crohn häufig verschrieben wird, bekannt für die Wechselwirkungen mit CBD.

Welche CBD Produkte gibt es?

Die Anzahl an verschiedenen CBD Produkten steigt stetig an. Die meisten Hersteller bieten ein breites Sortiment an Ölen, Lebensmittel, Cremen, Tinkturen, Liquiden und mehr an. Manche spezialisieren sich auch auf ein bestimmtes Produkt. Mittlerweile gibt es kaum noch was, was es nicht gibt und egal wie du CBD am liebsten zu dir nehmen möchtest, du wirst mit großer Wahrscheinlichkeit das richtige Finden.

Für manche Menschen ist eine große Auswahl aber gar nicht so interessant. Sie suchen nach einem Produkt, dass sich am Markt bewährt hat und zu dem es viele Erfahrungswerte gibt. CBD Öl dürfte deren Wahl sein.

Der Klassiker ist wird tropfenweise unter die Zunge genommen und dort über die Schleimhäute absorbiert. Nach wenigen Minuten sollte ein Effekt zu spüren sein. Öle gibt es von vielen Herstellern und sind auch in Apotheken vertreten. Sicherlich ein Produkt für zielgerichtete Puristen.

Für die Behandlung von Morbus Crohn eignen sich aber noch zwei weitere Produktkategorien. CBD Tabletten haben den Vorteil, dass sie leicht dosierbar und geschmacks- und geruchsneutral sind. Die Wirkung hält länger an als bei der Verwendung des Öls. Zudem sind Tabletten leichter zu transportieren und besteht nicht die Gefahr, dass etwas ausläuft.

CBD Liquid hingegen kann im Ernstfall schnell Abhilfe leisten. Die Wirkung ist bereits nach Sekunden spürbar. Ein klares Plus, wenn die Schmerzen unerträglich werden. Zur Verwendung brauchst du jedoch eine E-Zigarette oder einen Vaper. Zudem sind die Langzeitfolgen bei dem Gebrauch von Liquiden noch unzureichend erforscht. Dennoch im akuten Einsatz eine Überlegung wert.

Unabhängig vom Produkt kannst du CBD sehr flexibel nutzen. Integriere es in deinen Alltag wie es für dich am besten passt. Nutze es wann du willst und so oft du willst. Wichtig ist, dass du dich bei der Verwendung wohl fühlst.

CBD Dosierung

Was ist die optimale Dosierung?

CBD ist kaum reguliert. Es gibt somit auch keine genauen Angaben in welcher Menge du CBD bei welchen Beschwerden nehmen solltest.

Meist wird empfohlen zunächst eine kleinere Menge zu nehmen und die Dosierung langsam zu steigern. So könntest du bei Morbus Crohn mit 40 mg anfangen und bis auf 250 mg hoch gehen. Wichtig ist bei der Krankheit eine regelmäßige Einnahme über einen längeren Zeitraum. Nur dann sind Ergebnisse zu erwarten.

Jeder Mensch ist anders und hat individuelle Bedürfnisse. Zeigen sich Nebenwirkungen, dann verändere die Dosis. Eine Überdosierung ist nicht zu erwarten. Ein Umstand, der dir die Möglichkeit gibt, etwas zu experimentieren.

Erfahrungsberichte

Neben Studien sind Erfahrungsberichte und Meinungen immer ein legitimes Mittel, um sich ein Bild von der Wirkung machen zu können. Aus diesem Grund haben wir uns auf die Suche gemacht und möchten hier aussagekräftige Kommentare wiedergeben:

Elly (Kommentar einer Anwenderin): “Ich nehme auch CBD-Öl. 10 Tropfen 5% abends ca. 30 Minuten bevor ich ins Bett gehe. Die Wirkung entfaltet nicht von heute auf morgen. Ich bin allgemein ruhiger geworden, was dem Crohn ja auch nicht schadet. Also wenn du es einigermaßen verträgst, kann ich es dir empfehlen.”

CBD und die Mobilitätsprobleme: “Ich entschied mich CBD auch für meine anhaltenden Mobilitätsprobleme im Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom zu testen. Innerhalb von etwa zwei Wochen, waren die Symptome langsam verschwunden.”

Franz (überlegt CBD zukünftig zu nehmen): “Ich leide seit ca. 7 Jahren an einer Colitis. Im Februar ist mir der Blinddarm geplatzt. In der Not OP wurde der halbe Dickdarm entfernt und viel Dünndarm. 2 Monate nach der OP fing die chronische Dickdarmentzündung an. Vor 2 Wochen begann ich täglich über CDB zu lesen und es wurde immer interessanter. Ich weiß auch, dass es nicht bei jedem gleich hilft und die Krankheit gleich verläuft, aber ich denke einen Versuch ist es wert.”

Wir hoffen, dass wir dir einen kleinen Einblick in das Thema geben konnten und auch die Erfahrungsberichte hilfreich waren. Wenn auch du jetzt überlegst CBD zu nutzen, dann kannst du gerne unsere Produktübersicht nutzen. Hier erhältst du alle relevanten Informationen kompakt auf einen Blick.  

Fazit

Die Krankheit Morbus Crohn verläuft bei jedem Menschen anders. Leider gibt es bisher noch kein Heilmittel, aber auf der Suche nach geeigneten Behandlungsmethoden sind wir mit CBD dem Erfolg vielleicht ein Stückchen nähergekommen.

Cannabidiol ist sicherlich nicht das Wundermittel, für das es viele Menschen halten. Doch zeigen Studien und Erfahrungsberichte, dass es viele positive Eigenschaften aufweist, ohne durch starke Nebenwirkungen im Alltag einzuschränken.

Besprich mit deinem Arzt den Einsatz von CBD ab und gehe so sicher, dass du der Krankheit optimal entgegenwirkst. Wir freuen uns außerdem über deinen Kommentar. Wie hat dir unser Artikel gefallen? Hast du Erfahrungen mit CBD und Morbus Crohn gemacht?

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